Betreibt Ihr Unternehmen Kommunikation? Diese Frage wird - sofern es über das klassische Marketing hinausgeht - gerade bei vielen mittelständischen Unternehmen eher zögerlich beantwortet. Da gibt es eine Firmenbroschüre unbekannten Erstellungsdatums und mit der lokalen Zeitung hat man beim letzten "Tag der Offenen Tür" Kontakt gehabt.
Fakt ist, dass nur wenige Firmen aktiv das Instrumentarium der Pressearbeit nutzen. Während die Konsumgüterindustrie in der Regel offensiv an die Öffentlichkeit tritt, hat dieser Teil der Kommunikation in den meisten Unternehmen unserer Branche keinen hohen Stellenwert. Dabei kann ein Verzicht auf Presse- und Öffentlichkeitsarbeit schwerwiegende Folgen haben.
Hintergrund der Zurückhaltung ist die zumeist fehlende Einsicht, dass auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als Bestandteil der Unternehmenskommunikation einen ROI aufweisen kann. An einem Beispiel wollen wir darlegen, wie ein Basisprogramm in der Pressearbeit zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen kann.
Beispiel: Die Nachwuchsfalle
Die Anwerbung des gewerblichen Nachwuchses ist nach wie vor eine Sache der Fabrik vor Ort. Und die Aufgabe, qualifizierte und motivierte Bewerber zu gewinnen, wird zunehmend schwieriger. Bevorzugte Ausbildungsplätze sind nach wie vor die, deren Berufsbilder bekannt sind und die im sozialen Umfeld Jugendlicher als akzeptiert gelten. Das produzierende Gewerbe mit Schichtenregelung tut sich hier schwer und wenn sie überhaupt in die Überlegungen zur Ausbildungsplatzsuche mit einbezogen wird, so rangiert die Papierindustrie eher (noch) an unterer Stelle.
Gerade wenn sich Bewerber mit Potenzial einstellen sollen, reicht es heute nicht mehr, den Werkführer in die örtlichen Schulen zu schicken. Werbemittel für Aktionen an Schulen und das Angebot spezieller Nachwuchsinfotage sind ein Muss und werden zunehmend eingesetzt. Die Rolle der Medien wird jedoch oft vergessen.
Der Aufbau einer eigenen Unternehmenskommunikation muss keinen zusätzlichen Personalbedarf generieren. In den meisten Fällen reicht es aus, geeignete Mitarbeiter zusätzlich mit diesen Aufgaben zu betrauen. Erfahrungen in erfolgreichen Unternehmen haben gezeigt, dass manch gestandener Ingenieur, ein/e Mitarbeiter/in der Marketingabteilung oder eine kommunikationsfreudige Assistentin für den "Zweitberuf Pressesprecher" sehr geeignet sein können.
Für die Analyse des Kommunikationsbedarfs, die Vorbereitung einer aktiven Krisenkommunikation sowie die Entwicklung entsprechender Konzeptionen und die Schulung der Mitarbeiter sollten sich die Unternehmen externer Hilfe bedienen. Das Angebot dafür ist groß, aber nur wenige Beratungsfirmen können zum einen Erfahrungen im Umgang mit dem Mittelstand und zum anderen einschlägige, relevante Branchenkenntnisse aufweisen.

Unternehmenskommunikation
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