Home Office

12.10.2015

Ein Artikel unseres Kooperationspartners Rechtsanwalt Stefan Klein

"Ich arbeite heute im Home Office" hört man immer häufiger von Sachbearbeitern, Vertriebsmitarbeitern und leitenden Angestellten. Die Gründe für die Arbeit zuhause sind vielfältig, sie reichen von mehr Ruhe am Arbeitsplatz bis zur Kinderbetreuung nebenbei. Für den Arbeitnehmer ist es zumeist eine Annehmlichkeit, Arbeitgeber sollten darauf achten, die Rahmenbedingungen für diese Arbeit im Home Office klar festzulegen, wollen sie nicht unliebsame Überraschungen erleben.

Wird dem Mitarbeiter einfach erlaubt, den einen oder anderen Tag zuhause zu arbeiten, so kann sich hieraus ganz schnell eine stillschweigende Änderung des Arbeitsvertrages und ein Anspruch des Arbeitnehmers ergeben, in gewissem Umfang zuhause zu arbeiten. Dann kann er nicht ohne weiteres wieder in die Firma beordert werden, es bedarf unter Umständen einer Änderungskündigung, will man die Arbeit zuhause wieder einschränken oder unterbinden. Deshalb sollten Arbeitgeber unbedingt schriftlich vereinbaren, in welchem Umfang der Mitarbeiter zuhause arbeiten darf und dass diese Erlaubnis unter gewissen Voraussetzungen widerrufen werden kann.

Geregelt werden sollte darüber hinaus die Arbeitszeit, gegebenenfalls Zeiten der Erreichbarkeit für Kunden und Kollegen. Wie soll die Arbeitszeit erfasst werden und wie ist der Mitarbeiter erreichbar. Außerdem die Frage des Kostenersatzes, wenn der Mitarbeiter zuhause für seine berufliche Tätigkeit ein Arbeitszimmer, PC, Internet und Telefon nutzt. Grundsätzlich hat ein Mitarbeiter in solchen Fällen Anspruch auf Kostenersatz, auch insoweit empfiehlt sich mithin eine schriftliche Regelung darüber, ob und welche Kosten ersetzt werden. In Zusammenhang damit steht natürlich auch die Frage nach dem Datenschutz und letztlich auch nach dem Arbeitsschutz.

In rechtlicher Hinsicht kann auch interessant sein, welchem von mehreren Betrieben der Heimatarbeitsplatz zuzuordnen ist, wenn der Mitarbeiter ausschließlich zuhause arbeitet (Kündigungsschutzgesetz, Betriebsverfassungsgesetz). Und es stellt sich durchaus die Frage, ob andere Mitarbeiter eventuell aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz ebenfalls einen Anspruch herleiten können, ihre Arbeit zumindest teilweise von zuhause aus erledigen zu können.

Fazit: Die Arbeit im Home Office ist grundsätzlich eine gute Sache, Arbeitsmediziner behaupten sogar, dass Mitarbeiter, die zuhause arbeiten, weniger krank und produktiver sind als andere. Zur Vermeidung von Streitereien und unliebsamen Überraschungen sollte die Arbeit im Home Office aber auf jeden Fall schriftlich geregelt sein.