Mobbing- und Burnout Prävention

09.11.2015

Pflicht des Arbeitsgebers zur psychischen Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen - was bedeutet dies für Arbeitgeber und Führungskräfte?

Die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz steigen stetig. Erhöhte Fehltage bei Berufstätigen aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind die Folge. Burnout-Diagnosen nehmen rapide zu. *)
Laut Dachverband der Betriebskrankenkassen gehen 15 % aller Krankentage mit ärztlichem Attest auf seelische Erkrankungen zurück. Mit durchschnittlich 39 Krankentagen je Fall sind die seelischen Erkrankungen die langwierigsten - fast doppelt so lang wie Muskel-Skelett-Erkrankungen. Für das Unternehmen teure Fehlzeiten zu verringern und ein gesundes Arbeitsklima zu schaffen ist deshalb dringend notwendig.

Auch der Gesetzgeber reagiert auf diese alarmierende Entwicklung indem der Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) aufgerufen wird, Maßnahmen für eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit zu treffen. Die zentralen rechtlichen Vorschriften hierfür sind die §§ 3-5 des ArbSchG. Dabei bezieht sich die Gefahrenbekämpfung im Betrieb nicht nur auf technisch bedingte Gefährdungen, sondern auch auf die Gefahren, die aus organisatorischen Mängeln und psychosozialen Belastungen resultieren.

Der AG muss nach § 5 ArbSchG eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen vornehmen und Gefährdungen ermitteln und beurteilen - auch psychische Fehlbelastungen. Weiterhin ist er verpflichtet psychische Fehlbelastungen abzustellen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um z. B. Mobbing und Burnout am Arbeitsplatz zu verhindern.

Das ArbSchG zwingt also zu Mobbing- und Burnout-Prävention!

Welche Folgen hat die Nicht-Beachtung dieser Vorschriften für den Arbeitgeber?

Wird ein Mitarbeiter aufgrund von Stress und Überlastung krank, wird der Sozialversicherungsträger klären, inwieweit der Arbeitgeber oder die Führungskraft haften.
Die Gewerbeaufsicht prüft spätestens dann, ob Sie die psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und dokumentiert haben oder nicht. Nicht durchgeführte Beurteilungen können mit einer Geldbuße oder bei größeren Verstößen mit einer Geld- und Freiheitsstrafe geahndet werden.

Somit sind Sie als Arbeitgeber in der Pflicht, jeden Arbeitsplatz hinsichtlich der psychischen Belastungen wie Stress und Druck zu untersuchen, notwendige Maßnahmen festzulegen, durchzuführen und zu dokumentieren.

Was bedeutet dieses für die Praxis?

Wie finden Sie heraus, ob und wie hoch Ihre Mitarbeiter Belastungen empfinden?

Welche Stressquellen liegen vor? Sind zu hohe Anforderungen, Unzufriedenheit in der Belohnung, mangelnde Einflussnahme, organisatorische Veränderungen, Verhalten der Vorgesetzten oder mangelnde soziale Unterstützung Grund für die empfundene Belastung?

Werden Ihre Mitarbeiter bei Ihrer Nachfrage hinsichtlich der Belastungsursachen offene Antworten geben?

Wenn Sie ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement betreiben möchten, mit welchem Sie

- den gesetzlichen Vorschriften Rechnung tragen

- die häufigsten 7 Stressquellen im Unternehmen untersuchen

- Maßnahmen für Ihre Kommunikation ableiten können

- individuelle Stellhebel gegen Stress erkennen

- eine wirksame Stressprävention etablieren

steht Ihnen unsere zertifizierte Beraterin Karin Münzenmaier gerne zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang sei an das betriebliche Eingliederungsmanagement erinnert (§ 84 Abs. 2 SGB IX). Diese Maßnahme richtet sich an Arbeitnehmer, die mehr als 6 Wochen krank waren und wieder in den Arbeitsprozess zurückkommen. Auch hier sind Maßnahmen zur Prävention sinnvoll, da ansonsten die Krankheitsursachen, soweit sie betrieblicher Natur sind, nicht beseitigt würden.

Wir helfen Ihnen, mögliche Ursachen für seelische Erkrankungen in Ihrem Unternehmen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Gesundheitsprävention Ihrer Mitarbeiter zu entwickeln.

*) DAK Gesundheitsreport 2015: Auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems entfielen 2014 mehr als die Hälfte (53 %) aller Krankheitstage.


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