Langes Zögern vergrault Bewerber

18.05.2016

Arbeitgeber lassen Kandidaten für offene Stellen gerne zappeln - das kann am Ende sogar teuer werden

Auszüge aus einem Artikel der FAZ vom 20.12.2015, der sich mit unseren Erfahrungen deckt:

Für einen Bewerber ist es die wohl aufregendste Phase des gesamten Einstellungsprozesses: die Zeitspanne, die vom Ende des Vorstellungsgesprächs oder des Assessment-Centers bis zur Antwort des Unternehmens vergeht. Nicht selten dauert das allerdings viel zu lange und kostet den Bewerber einige Nerven - und den jeweiligen Arbeitgeber unter Umständen sogar Geld. Das jedenfalls glauben inzwischen zahlreiche Personalberater. Ihre Formel ist einfach: Lange Wartezeiten sorgen bei den Kandidaten für einen schlechten Eindruck und im ungünstigsten Fall sagt der Favorit ab. Es bekommt also nicht der beste Anwärter die Stelle, oder die Suche muss gar von neuem starten. Diejenigen, die erst spät eine Absage bekommen, sind ebenfalls von dem Unternehmen enttäuscht und verbreiten ihre negativen Erfahrungen weiter. Das schadet beides gleichermaßen der Marke.

Die sogenannte "Candidate Experience" - die Erfahrung, wie der potentielle Arbeitnehmer den Bewerbungsprozess wahrnimmt - wird für die Personalabteilungen daher immer wichtiger. "Im Ergebnis prägt diese Erfahrung die Beziehung und das Vertrauen des Bewerbers zum rekrutierenden Unternehmen. Damit bestimmt sie maßgeblich die Entscheidung eines Kandidaten für oder gegen einen potentiellen Arbeitgeber und gegebenenfalls auch weitere Handlungen eines Kandidaten, die zum Beispiel in Form von positiven und negativen Beurteilungen zum Ausdruck gebracht werden." bilanzieren die Autoren der "Candidate Experience Studie", die von der Meta HR Unternehmensberatung und dem Webportal stellenanzeigen.de herausgegeben wurde. Der Unternehmensberater Christoph Althanas und Peter Wald von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig hatten dafür knapp 1400 Arbeitssuchende beziehungsweise "karriereinteressierte Personen" befragt. Die Teilnehmer sollten sich dabei ausschließlich auf das letzte abgeschlossene Bewerbungserlebnis beziehen, egal ob es sich um eine Einstellung oder eine Ablehnung handelte.

Dabei stellte sich heraus, dass gerade einmal 20 Prozent der Kandidaten, die insgesamt mit ihrem Bewerbungserlebnis zufrieden waren, länger als sechs Wochen auf Ihre Antwort warten mussten.
"Je länger die Dauer des Bewerbungsprozesses ist, desto größer ist die Gefahr, dass die finale Candidate Experience negativ beeinflusst wird. Dies gilt in geringerem Maße auch für diejenigen Personen, welche letztlich doch eingestellt werden", heißt es in der Studie. Demnach scheinen Kandidaten späte Antworten als eine Form der fehlenden Wertschätzung zu empfinden.

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